Lahn 1979

Etappen der Ruderwanderfahrt:

Datum Von Km Über Km Nach Strecke
6.9.79 Anreise
7.9.79 Weilburg 9 km Graveneck 15 km Runkel 24 km
8.9.79 Runkel 11 km Limburg 16 km Cramberg 27 km
9.9.79 Cramberg 18 km Pbernhof Rückreise 18 km
Gesamt 69 km

image001Die Ruderwanderfahrt auf der Lahn 1979 war sicherlich eine ganz besondere, immerhin handelte es sich ja um die erste Fahrt der SRG. Die noch vorhandenen Unterlagen zu dieser Tour verdeutlichen die große Unsicherheit, die vor Antritt der Fahrt bestand. Alle Eventualitäten wurden durchdacht und berücksichtigt. Aus jeder Stadt wurden Telefonnummern von Krankenhäusern, Schleusen und anderen öffentlichen Einrichtungen fein säuberlich notiert. Dies geschah sicherlich aus der Ungewißheit heraus, wie sich die Schüler in diesem fremden Revier zurechtfinden würden. Noch nie hatten wir Ruderer eines Sees Kontakt mit fließendem Gewässer, Sandbänken, Schiffahrt, Schleusen, Vorfahrtregeln u.ä. gehabt. Auf alles gefaßt, ging die Fahrt letzt endlich am 6.9.1979 los, wobei neben Snoopy und Giro die geliehenen Boote Rhein und Loire mitgenommen wurden. Gefahren wurde mit vier VW Bussen, da die ganze Gruppe in Fahrzeugen unter­gebracht werden mußte. Die Anreise eines Gruppenteils per Bahn oder Großbus war bei dieser Tour folglich nicht notwendig. Am 7.9. gingen die Boote das erste Mal aufs Wasser, um von Weilburg nach Runkel zu rudern. Direkt zu Anfang galt es, einen langen Tunnel zu durchfahren, der so schmal ist, daß man sämtliche Skulls „langmachen“ muss um ihn passieren zu können. Dieses ungewohnte Manöver sorgte damals bereits für große Aufregung, wurde aber von allen Booten gut bewältigt. Die Fahrt verlief weiter reibungslos, wobei noch drei Schleusen an diesem Vormittagdurchfahren werden mußten. Hierbei ist zu bedenken, daß die Steuerleute noch kei­nerlei Erfahrung damit hatten, so daß sie teilweise sehr überrascht waren, wie stark der Sog sich auswirkte.image003

Um 12:10 Uhr wurde gewechselt, und die Boote brachen nach 10 Minuten bereits wie­der mit den neuen Mannschaffen auf. Ein zehnminütiger Wechsel ist, glaube ich, abso­lut rekordverdächtig. Heutzutage ziehen sich diese Wechsel meistens etwas länger hin, was auch aus den viel längeren Etappen bei den späteren Ruderwanderfahrten zu erklären ist. Die zweite Halbetappe hatte drei Schleusen zu bewältigen, was keinem Boot Schwierigkeiten bereitete. Um 15:40 Uhr kam man in Runkel an, wo man kampier­te. Hier kam es auch zu zwei erinnerungswürdigen Mutproben. Gerhard Gabler wette­te, dass er sich mit einer Luftmatratze ein Wehr hinunterzufahren traue, was er nach Zustandekommen der Wette auch gleich bewies. Am Abend war es erneut Gerhard, der eine zweite Wette einlöste, indem er das Burgfräulein der gegenüberliegenden Burg wachklingelte, um das Licht in ihrem Fenster dreimal an- und auszumachen. In Runkel besuchten überdies der Schulleiter, der Schulpflegschaftsvorsitzende und der Schatzmeister des FFG die Ruderwanderfahrer, um mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen.

Am nächsten Morgen begann man um 8:00 Uhr, auch das ist Vereinsrekord, aufs Wasser zu gehen. Der Vormittag wurde problemlos bewältigt. Den frühen Nachmittag nutzte man zu einer Besichtigung des Limburger Doms, bevor es um 14:30 weiter in Richtung Cramberg ging. Die Nachmittagsetappe brachte einige neue Erfahrungen. So waren die Schleusen nun elektrisch betrieben. Außerdem stellte sich größere Schiffahrt ein, die auch größere Wasserbewegungen und Wellen mit sich brachte.

Folglich sorgten die noch unerfahrenen Steuerleute für so manche Dusche der Mannschaft beim Schneiden dieser Wellen.

Am 9.9. wurde die Ruderwanderfahrt mit einer Halbetappe, die bis Obernhof führte beendet. Noch am gleichen Tag kehrte man nach Erkrath zurück. Die schönen Eindrücke von dieser erfolgreichen Fahrt legten den Grundstein zu den folgenden jährlichen Ruderwanderfahrten.

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