Main 1995

Etappen der Ruderwanderfahrt:

Datum Von Km Über Km Nach Strecke
1.9.95 Anreise
2.9.95 Schweinfurt 27,0 km Volkach 18 km Kitzligen 48,8 km
3.9.95 Kitzligen 15,0 km Ochsenfurt 18,4 km Ruhetag Würzburg 33,4 km
4.9.95 Ruhetag Würzburg Würzburg
5.9.95 Würzburg 21,2 km Himmelstadt 34,4 km Lohr 55,6 km
6.9.95 Lohr 23,5 km Lengfurt 17 km Wertheim 40,5 km
7.9.95 Wertheim 19,0 km Collenberg 13,7 km Miltenberg 32,7 km
8.9.95 Miltenberg 19,5 km Obernburg 17,6 km Aschaffenburg 37,1 km
9.9.95 Rückreise Gesamt 248,1 km

Der Main, der ist so schön, da kann man auch noch ein drittes Mal hingehen! So führte uns die diesjährige Fahrt also abermals ins Frankenland. In Schweinfurt staunte der SRG Mensch nicht schlecht. Hatte er bis heute das Bootshaus der Gerresheimer für üppig empfunden, wurde er jetzt mit einer Villa als Bootshaus konfrontiert. Nachdem die Boote im Regen aufgeriggt worden waren, konnten wir uns abermals, wie 1993, über ein Pizzataxi freuen, das auch diesmal aus Anlaß des Geburtstages von Harald gerufen worden war. Der erste Rudertag war unproblematisch, obwohl sich die Packer des Bootsanhängers dazu entschlossen hatten, sämtliche Stechpaddel zu Hause zu lassen. Auch ein Rollsitz fehlte, und so musste der Apollo an die­sem Tag als Dreier geru­dert werden, da erst am nächsten Tag für Abhilfe gesorgt werden konnte. Auch der Ruderclub in Kitzingen verfügt über ein recht ansehnliches Häuschen.

Ankunft in Würzburg

Wir bauten unsere Plane in noch nie erzielter Perfektion auf und verbrachten darunter den regnerischen Abend mit Grillen und an Biertischen sitzend. Sehr nett war überdies, dass wir hier, ebenso wie in Schweinfurt und einigen anderen Städten, in den Bootshallen übernachten durften, was bei dem immer wieder einsetzenden Regen ein großer Vorteil war. Die Ruderetappe nach Würzburg bescherte uns nicht nur wechselhaftes Wetter, son­dern auch eine Kirmes am Ufer des Mains, die natürlich sofort von den Bootsbesatzungen aufgesucht wurde. Danach ging es nach Würzburg weiter, wo erneut keine Zelte aufgebaut werden mußten. Auch dieser Club hatte ein geradezu paradiesisches Gelände, auf dem wir gerne zwei Tage bleiben wollten (am nächsten Tag fand in Würzburg die Stadtrallye statt). Der Nachmittag wurde mit Fußballspielen, Ravioli essen, einen Ruderachter der Leistungsklasse steuern (Eva) und in einer gemütlichen Runde verbracht. In der Gewißheit, daß man am folgenden Tag etwas länger schlafen konnte, wurde der Abend sehr lang. Ich bekam zudem noch netten Familienbesuch, und so saßen wir noch sehr lange in einer recht großen Gruppe beim sehr guten selbstgebrannten Schnaps des Clubwirtes und anderen lokalen Getränkesorten. Spät in der Nacht spielten sich dann noch bemerkenswerte Szenen ab. Joe Noack wollte genau wissen, wie er die Gruppe am nächsten Morgen zum Treffpunkt der Stadtrallye an den Dom bekommen konnte. Ich mußte ihm dieStraßenbahnhaltestelle zeigen, an der er am nächsten Tag einsteigen sollte, und auch die Liniennummer fand ich für ihn heraus.

Unglücklicherweise kam eben diese Linie in just dieser Minute. Joe zerrte mich in die Straßenbahn, da ich ihm noch unbedingt zeigen sollte, wo er mit der Gruppe auszusteigen habe. Woran es gelegen haben könnte, daß Joe sich an all das am nächsten Morgen nicht mehr so richtig erinnern konnte, auch nicht daran, was er angehabt hatte…, wage ich wirklich nicht zu sagen. Das Ziel am 5.9. war Lohr, das erst gegen 19:30 Uhr erreicht wurde. Es war schon dunkel, und der Hunger war bei allen, die bis jetzt auf dem Wasser gewesen waren, riesig. Schon von weitem konnte man eine Knoblauchwolke riechen, die den Weg zur Küche wies. Das Essen war auch an diesem Abend mal wieder ausgezeichnet, die Duschen dafür weniger. Es bleibt noch nachzutragen, dass sich Kerstin Elfrink (Elfi) bei einem Anlegemanöver am Nachmittag einen Finger gebrochen hatte, was sich jedoch erst am folgenden Tag bei einem Arztbesuch herausstellte.

Die Stadtrallye wurde dieses Jahr mit Würzburg in einer recht großen Stadt ausgetra­gen, was die Möglichkeiten für Spiele natürlich erweiterte. Neben vielen Fragen, die zu beantworten waren, mussten Reporter ins Zeltlager gebracht werden, Schubkarrenrennen wurden veranstaltet, der Frankoniabrunnen wurde „durchschwom­men“ und ein Kartoffelsalat war herzustellen. Nach der Rallye gab es noch einige Spielrunden im Lager, und so ging auch dieser Tag gut zu Ende.

Gruppenfoto ZeitungArtikel Zeitung

Auf ging’s nach Wertheim. Der Rudertag verlief ruhig und pro­blemlos bei gutem Wetter. Am Abend besuchten viele die nahegelegene Stadt, die mit ihren gemütli­chen Straßen, Häusern und Gaststätten wirklich zu einem Besuch einlädt. Das geplante Lagerfeuer für diesen Abend musste leider ausfallen, da man in Bayern dafür eine Genehmigung braucht. Diese erlangten wir aber erst für ein Lagerfeuer in Miltenberg, wo es dann auch am nächsten Abend loderte. Im Vereinshaus sorgte übrigens eine Vorrichtung, an der man Klimmzüge machen konnte, für Aufregung. Nahezu jeder versuchte sich, und Pawel wurde Klimmzugkönig.

Die Etappe nach Miltenberg hatte erfreulich gutes Wetter zu bieten. Die Besatzung des Kanadiers hatte folglich schon nach wenigen Kilometern angelegt, um in eine Gaststätte einzukehren. Das verwaiste Boot reizte die Vorbeirudernden jedoch so sehr, dass man beschloß, den Kanadier an einer Boje in der Mitte des Flusses festzubinden. Die Ratlosigkeit der Besatzung war groß, als man dieses feststellte, doch mittels eines Schlauchbootes vom nahegelegenen Campingplatz paddelte Harald zum Kanadier und konnte ihn zum Ufer ziehen. Am Abend gab es für diese Aktion einestandesgemäße Rache, bevor dann alle beim Lagerfeuer den Tag ausklingen ließen.

Nach einem Wechsel im strömenden Regen auf dem Gelände einer Fabrik konnte die letzte Etappe dieser RWF nach Aschaffenburg in Angriff genommen werden. Besonders erwähnenswert erscheint mir hierbei die Besatzung des Kanadiers. Entgegen allen Sicherheitsbestimmungen fuhren nur Ehemalige in diesem Boot auf dem letzten Teilstück. Die Stimmung war ungeheuerlich und die Fahrt trotz Regens einfach Klasse. In Aschaffenburg wurden die Boote dann verladen, und einige sprangen zur Feier des Tages in den Main. Anschließend konnte man die ausgezeichneten Duschen des Vereins ebenso benutzen wie die Turnhalle, wo wir schlafen durften. Außerdem gab es im Vereinshaus ein abschließendes Abendessen, an das sich eine lange Nacht mit Joes Spielen, Tanz und Musik zum Ende der RWF anschloß.

Der Troß fuhr früh am nächsten Morgen ab, wobei Herr Peter einen der Busse fuhr. Er war dafür extra am Abend vorher angereist, da er einmal ein Fahrzeug mit Anhänger fahren wollte, bevor er vielleicht als Betreuer einer Frankreich RWF damit konfrontiert werden könnte. Mitlerweile sind diese Planungen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden.

Zeitung

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