Mecklenburger Seenplatte 1994

Etappen der Ruderwanderfahrt:

Datum von über km nach Strecke
12.8.94 Anreise
13.8.94 Neustrelitz 12,3 km VVesenberg 19,7 km Fürstenberg 32,0km
14.8.94 Fürstenberg 13,5 km Strasen 17,6 km Rheinsberg 31,1 km
15.8.94 Stadtrallye Rheinsberg
16.8.94 Rheinsberg 14,2 km Flecken-Zechlin 14,2 km
17.8.94 Flecken-Zechlin 18,0 km Canow 18,0 km
18.8.94 Canow 16,0 km Mirow 16,0 km
19.8.94 Rundkurs Mirow – Müritz – Mirow 20,0 km
20.8.94 Rückreise

Nach Berlin stand mit der ’94er Tour erneut eine Fahrt auf Seen an, die sich als Ruderrevier völlig anders verhalten. Hier gibt es keine Strömung, dafür um so mehr Wind, der bei den großen Angriffsflächen der Seen leichtes Spiel hat. Die Anfahrt war auch in diesem Jahr wieder extrem lang, doch alle erreichten Neustrelitz ohne Pannen. Der Kanadier wurde vom Laxy-Bus gezogen und kam erst am frühen Morgen an, da Thomas erst nach seiner Arbeit losfahren konnte. Am nächsten Morgen waren alle deprimiert aus den Zelten gekrochen, wobei Joe den längsten Weg zurückzulegen hatte, da sein Zelt, zur Wasserburg mit eigenem Graben aufgewertet, weitab von der Gruppe aufgebaut worden war. Es regnete, und ein unangenehm starker Wind blies. Trotz dieser widrigen Bedingungen erreichten alle Boote den Wechsel in Wesenberg. Der Begleittroß hatte einen nicht minder beschwerlichen Weg hinter sich zu bringen, da sich die auf den Karten eingezeichneten Bundesstraßen als Sandpisten entpuppten, die völlig unbefestigt durch irgendwelche Wälder führten. Sei’s drum, alle haben Fürstenberg erreicht, wo sofort die Duschen gestürmt wurden (es war halt kalt).

Die nächste Etappe verlief ruhig, und bei Warten an einer Schleuse vermochte auch die wirklich reizvolle Landschaft keinen so richtig erheitern. Am Abend erreichten wir Rheinsberg, wo wir bei einem gut ausgestattetem Ruderverein Quartier nahmen. Am folgenden Tag fand in Rheinsberg die traditionelle Stadtrallye statt. Dies ist in einer Kleinstadt nicht so einfach, da die Möglichkeiten sehr beschränkt sind. Folglich lag ein Schwerpunkt neben den Fragen auch auf Spielen, wie einer Fahrradstaffel, einem Pizzabackwettbewerb u.a.. Der Tag ging lange nach der Siegerehrung und dem Verkauf von selbstgemachten RWF-T-Shirts (Kagi und Anja) am Lagerfeuer zu Ende.

Endlich Sonne! Der Tag brachte also gutes Wetter, und auch die Landschaft des heutigenAbschnitts war vom Allerfeinsten. Somit machte das Rudern großen Spaß, und der Landtrupp kam ebenfalls auf seine Kosten, durfte er sich doch stundenlang in der Sonne ausruhen. Man konnte nämlich noch keine Zelte aufbauen, da der Zeltplatz, auf dem man sich in Flecken-Zechlin angemeldet hatte, bis 17:00 Uhr geschlossen war (bei der Ankunft war es etwa 12:45 Uhr). Wir sahen uns also gezwungen, am Strand zu liegen, Musik zu hören, Wasserschlachten zu veranstalten und Comics zu lesen. Fast wären die Boote dann an diesem schwererkennbaren Campingplatz vorbeigerudert, doch mittels des Megaphons konnten wir sie noch rechtzeitig auf uns aufmerksam machen. Noch ein Wort zum Campingplatz; es war noch ein echter DDR Campingplatz, der früher einmal „verdienten Funktionären“ vorbehalten war, doch von den üblichen „westlichen“ Standards war er wirklich noch weit entfernt: Keine Beleuchtung, kaltes Wasser aus Hähnen, die alle 200 Meter aus der Wiese ragten, und Plumpsklos, in denen die Bildzeitung als Klopapier aufgearbeitet wurde.

Eine schöne Etappe, die nach Grabenowsee führte. Leider war es an diesem Tag schon wieder ziemlich kalt. Besonders bemerkenswert fand ich auf dieser Etappe die Kämpfermentalität eines alten Recken (Name wird nicht verraten, Kampf der Pauker als kleiner Tip jedoch: Er ist mindestens zweifacher Vater, fuhr einen grauen VW-Bus und ist Ehemaliger der Schule). Dieser meldete sich während der Etappe bei seinem Steuermann: „Eh, kannste mal kurz anhalten?“ Gesagt, getan. Er erbrach sich kurzerhand über die Reling, worauf er ohne jegliches Klagen und mit einem Grinsen auf dem Gesicht kundtat, man könne nun weiterrudern. Satte Fische zurücklassend, erreichte auch dieses Boot später den Campingplatz. Hier hatten wir mal wieder in weiser Vorahnung die große Plane der SRG aufgespannt (es sollte wirklich in der Nacht noch regnen). Nachdem einige Ruderwanderfahrer (auch Joe) unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Gobenowsee gemacht hatten, klang der Abend in gemütlicher Runde bei Fackelschein aus. Am nächsten Tag ruderten wir bis Mirow, wo uns ein sehr nasser und sandiger Zeltplatz erwartete. Zwischen Tannen schlugen wir die Zelte und die Plane auf, unter der sich wieder alle am Abend versammelten. Der näch­ste Tag konnte frei gestaltet werden. Einige ruderten zum Müritzsee, andere gingen in die Stadt, und wieder andere trainierten für die Stadtmeisterschaften. Am Abend gingen wir in ein Lokal essen, von wo aus der Mietbus anschließend die Rückfahrt antrat. Die Zurückgebliebenen feierten den Abschluß der Ruderwanderfahrt, wobei besonders die Spielchen von Joe für Stimmung sorgten.

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