Elbe 1992

Etappen der Ruderwanderfahrt:

Datum von km über km nach Strecke
04.9.91 Anreise
05.9.91 Königstein 33 km Dresden 33 km
06.9.91 Dresden 32 km Meißen 32 km
07.9.91 Ruhetag Radebeul – Karl May Museum
08.9.91 Meißen 31 km Gohlis 43 km Torgau 74 km
09.9.91 Torgau 22 km Worblitz 35,8 km Wittenberg 57,8 km
10.9.91 Stadtrallye Wittenberg
11.9.91 Wittenberg 25,2 km Wörlitz 38 km Aken 63,2 km
12.9.91 Aken 24 km Dornburg 24 km Magdeburg 48 km
13.9.91 Rückreise
Gesamt 308 km

Nun also die zweite Ruderwanderfahrt, die in den Osten führte. Die Kleinbusse fuhren abermals während der Nacht, da die Anfahrt doch sehr lang zu werden drohte, zumal die „Ostautobahnen“ eine einzige Baustelle waren. Nach einer kleinen Pause am Rasthof Eisenach, wo sich die Fahrer für etwa eine Stunde schlafen legten, ging es weiter, und man erreichte Königstein gegen Mittag. Das Kopfsteinpflaster brachte den Kanadieranhänger gefährlich zum Springen, aber alles blieb heil. An dieser Stelle ein mal recht herzlichen Dank an die Eltern Krüger, die der SRG seit mehreren Jahren diesen Anhänger für unsere Fahrten zur Verfügung gestellt haben! Am Campingplatz angekommen, war die Ermüdung sehr groß, und so waren die Zelte noch nicht aufgebaut, als der große Bus eintraf. Der Tag ging mit Regen zu Ende, und der neue brach bei Regen an.

Der Regen hielt den ganzen Tag an, und so wurde an diesem Tag des öfteren angelegt, um sich unterzustellen oder um einzukehren und ein heißes Getränk einzunehmen. Die eindrucksvolle Landschaft des Elbsandsteingebirges konnte daher nicht so recht genossen werden. An diesem Tag wurde übrigens nicht gewechselt. Auch am nächsten Tag gab es aufgrund der Kürze der Etappe keinen Wechsel. Am Abend wurde in Dresden gegrillt, wobei sich eine große Plane, die der SRG von Familie Kinzler besorgt worden war, als geeigneter Regenschutz erneut bewährte. Einige zogen am Abend noch in die Innenstadt, die in einiger Entfernung lag, doch man wollte einen Blick auf die Semper-Oper und den Zwinger werfen, was dann auch gelang.

Der nächste Tag brachte neuerlichen Regen, jedoch nur noch in Form von Schauern. Joe Noack steuerte seinen Kanadier wie eh und je in schönen Zick-Zack-Linien, und Christian Deusner fiel bei einem Einstiegsmanöver ins Wasser. Ansonsten nichts Neues. Nachdem man am Abend einen in unmittelbarer Nähe zum Zeltplatz auf dem Lande liegenden Dampfer besuchte hatte, der aufreizend mit seiner Diebels Alt Reklame prahlte, wurde ein Lagerfeuer angezündet, an dem aus voller Kehle gesungen wurde. Die Deusner-Brothers und Joe sorgten dabei für die instrumentale Begleitung, bis dann spät am Abend die Ringbefestigung der Feuerstelle vor Hitze platzte. Somit war das Ende des Tages eingeläutet. Der folgende Tag war ein Ruhetag. Wir besuchten Radebeul, wo sich ein Museum des hier hei­misch gewesenen Schriftstellers Karl May befindet. Anschließend fuhren wir mit einer alten Dampfbahn, eine Fahrt, um die uns nicht nur Herr Busch, der ein großer Eisenbahnfan ist, benei­dete. Am Abend wurde dann noch ein Fußballspiel ausgetragen, bei dem Joe Noack durch grob unfaires Verhalten auffiel. Er wäre vom Mob beinahe gelyncht worden. Insgesamt war es jedoch ein gelungener Ruhetag, der Kraft für die nächsten Tage gab.

Sowohl die Tagesfahrt nach Torgau, als auch die nach Wittenberg verliefen problemlos. Lediglich Vanessa Kinzler wurde von ihrer Mannschaft in übelster Art und Weise mitgespielt. Als diese dringend auf Toilette musste, weigerten sich die übrigen anzulegen. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und „pinkelte“, auf einem Ausleger sitzend, über Bord. Hiervon existieren hervorragende Fotos, die an die­ser Stelle jedoch nicht veröffentlicht werden können. Schließlich soll diese Chronik ja ohne Altersbegrenzung verkauft werden können. In Torgau hatten wir das große Glück, eine komplett eingerichtete Küche des Rudervereins vorzufinden. Auch Wittenberg wartete mit angenehmen Extras auf. So wurde uns ein großes Zelt mit Feldbetten zur Verfügung gestellt, was besonders angenehm war, da wir hier für zwei Tage bleiben wollten. Auch die Kollegen des hiesigen Rudervereins waren überaus freundlich und kooperativ. So halfen sie beispielsweise bei der Reparatur des SRG Anhängers.

Am nächsten Tag wurde die Lutherstadt Wittenberg besichtigt und eine Stadtrallye veranstaltet. Beide Aktionen sorgten für jede Menge Spaß. Besonders die Aufgabe der Stadtrallye, die von den Gruppen verlangte, einen Trabi ins Zeltlager mitzubringen, Sorgte für Aufsehen und erforderte große Bemühungen von den Teilnehmern.

Die folgende Etappe nach Aken wurde am nächsten Tag zügig gerudert. In Aken verschlug es einem erst einmal beim Anblick der Toiletten die Sprache. Diese standen, jeweils eine bei den Damen und eine bei den Herren, direkt und unabgetrennt neben den Duschen, quasi wie ein „Riesen Bidet“, wo man, auf der Toilette sitzend, von den Umstehenden, die duschten, gleichzeitig noch mitgeduscht werden konnte. Na toll! Im Verlauf des Abends bekam Joe Noack Besuch von seinem Bruder Rainer, und einige Nachtschwärmer besuchten die örtliche Disco „Manhatten“. Ansonsten ging der Abend ruhig zu Ende, wenngleich Probleme mit dem SRG Bus auftraten, er verlor nämlich Öl, die aber erst am nächsten Tag behoben werden konnten.

Auch die letzte Etappe ist schnell erzählt. Die Elbe stank wie an jedem anderen Tag, nur musste man diesmal hüfttief in den Fluß, um die Boote aus dem Wasser zu heben, damit sie verladen werden konnten. In Anbetracht der quecksilbrig glänzenden Füße machte der Ausdruck der Elbkrätze die Runde. Die Boote mussten schnell abgeriggert und verladen werden, da es einen Termin zum gemeinsamen Essen in einem Gasthof gab. Der Saturn mit einer durchaus erfahrenen Mannschaft ließ sich aber extrem viel Zeit und kam erst mit deutlicher Verspätung an. Somit wurde alles ein wenig hektisch. Das Essen war sehr gut, und der Abend und die ganze RWF klangen beim Lagerfeuer aus, das die Kleinbusfahrer allerdings nicht mehr richtig erleben konnten, da sie bereits während der Nacht die Rückfahrt antreten mussten.

Ein Nachwort: Auch diese Ruderwanderfahrt ist in wesentlichen Teilen von Eckart Grober organisiert worden, der „seine Fahrt“ in diesem Jahr aber aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr miterleben konnte. Am 8. Oktober 1992, keine vier Wochen nach dieser Tour, verstarb Eckart Grober. Das von ihm Hinterlassene wird ihn uns stets in Erinnerung behalten lassen.

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