Neckar 1985

Etappen der Ruderwanderfahrt:

Datum Von Km Über Km Nach Strecke
06.9.85 Anreise
7.9.85 Esslingen
8.9.85 Marbach 20 km Besisheim 22,8 km Heilbronn 42,8 km
9.9.85 Ruhetag-Heilronn
10.9.85 Heilbronn 14,2 km Wimpfen 11,9 km Neckarelz 20,1 km
11.9.85 Neckarelz 12 km N.-gerach 10,7 km Eberbach 22,7 km
12.9.85 Stadtrallye Besichtigung Empacher Eberbach
13.9.85 Eberbach 14,4 km N.-hausen 10,7 km N.-gemünd 25,1 km
14.9.85 N.-gemünd 19 km Ladenburg 28,4 km Worms/Rhein 48 km
15.9.85 Rückreise
Gesamt 201,0 km

Während die Kleinbusfahrer schon um 11:30 Uhr aufbrechen mussten, war der Abfahrtstermin für die Bahnfahrer, die von Elmar Tappe begleitet wurden, der erstmalig mitfuhr, erst um 12:45 Uhr. Der Troß erreichte Esslingen am Nachmittag, und man begann sofort, die mitgeführten Boote Jupiter, Merkur, Mars, Moby Dick, Saturn und Rhein aufzuriggern. Außerdem zählten auch in diesem Jahr ein 10er Kanadier und einige Kanus zur Flotte. Dabei war erstmalig auch ein kleines Motorboot, das noch aufgeteiltes Echo stoßen sollte. Es sollte zu Schleusen vorfahren, um die Gruppe jeweils ankündigen zu können. Auch in den folgenden Jahren wurde ein Motorboot (von Ralph Hausmann) mitgenommen.

Nach Ankunft der Bahnfahrer wurde zu Abend gegessen, die Zelte waren bereits aufgebaut, und so zogen einige los, die Stadt zu erkunden. Leider gab es nur einen üblen Country-Club, der dann zwangsweise aufgesucht wer­den musste. An diesem Abend sorgte Oliver Ristau für große Heiterkeit, indem er die sprachlichen Eigenheiten eines geschätzten Erkrather Lehrers imitierte. Dies sollte der Auftakt zu einer Epidemie wer­den, die dazu führte, dass bald alle Ruderwanderfahrer im gleichen Tonfall miteinander redeten.

Der erste Tag bot herrlichen Sonnenschein, und so muß Jens Tor-Westen, Steuermann der Vormittagsetappe, wohl des öfteren eingedöst sein, denn er rammte nahezu jeden Fahrrinnenbegrenzungspfahl. Sei’s drum, die Vormittagsetappe brachte keine Probleme, und so konn­te bald in Bad Cannstatt gewechselt werden. Am Nachmittag wäre in einer Schleuse beinahe ein Boot, der Mars, gekentert, da sich das Stechpaddel beim Absinken des Wasserspiegels unter einem Ausleger verhakt hatte. Urs Bette bereinigte diese Situation mit einem beherrzten Tritt. Danach konn­te die Fahrt mit zerbrochenem Paddel und heilem Boot bis Marbach fortgeführt werden, wo die Etappenruderer außer von der Landmannschaft auch vom Direx und der Schulsekretärin Frau Hans begrüßt wurden, die sich mit ihren Partnern nach einem gemeinsamen Abendessen (Kotelette und Wein) wieder verabschiedeten. Marbach ist ja bekanntlich die Geburtsstadt Schillers, doch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit war eine Besichtigung des Geburtshauses von innen nicht mehr möglich, so daß gezwungenerweise eine Kneipe aufgesucht werden musste.

Am nächsten Tag begaben sich die Boote mit Ziel Heilbronn auf das Wasser. Daniel Suciu-Sibianu tat es Jens Tor-Westen gleich und erlegte ebenfalls etliche Begrenzungspfähle, Janka Jenkner fiel aufgrund irgendwelcher Koordinationsstörungen in eine Schleuse und Oliver hielt eine vielbeachtete Sonntagspredigt im bereits erwähnten Idiom übers Megaphon, bis dann in Besigheim gewechselt wurde. Nach etwa 10 km der Nachmittagsetappe war der Neckar gesperrt, da hier in Lauffen die Motorbootweltmeisterschaften stattfanden. Der Saturn mit M. Luckey, Bette, Baumgarten, Scheuten und Ristau konnte in einer Pause die Strecke passieren, nachdem sie dem Veranstalter versprochen hatten, dies in fünf Minuten zu schaffen. Unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer gelang dieses Vorhaben, doch die übrigen Boote mussten etwa zwei Stunden warten, so daß der Saturn mit großem Vorsprung in Heilbronn ankam. Hier wurde später das gemeinsame Abendessen eingenommen, während gleichzeitig ein großes Feuerwerk den Himmel erhellte. Übrigens besuchte Thomas Laxy die Ruderwanderfahrer in Heilbronn. Man munkelte jedoch, daß er wohl besonders Kagari lshida besuchen wollte, die ja mittlerweile auch Laxy heißt. Weitere Klatschgeschichten dieses Abends könnten hier folgen, aber sei’s drum! Der Tag ging nach einem Besuch des Stadtfestes (Daher das Feuerwerk!) zu Ende.

Der Montag galt der Erholung, und lediglich einige Wettkämpfe wurden veranstaltet. Des weiteren ergab sich für Kanuten die Möglichkeit, auf der Jagst Wildwasser zu fahren, was von einigen dankbar angenommen wurde. Mit Unmengen von Glibberpudding im Bauch, er wurde literweise zubereitet, stand auch am Ende dieses Tages nur noch der eigene Schlafsack auf dem Programm. Lediglich Bärbel Löffler und Tobias Immel konnten sich mit diesem Gedanken wohl nicht so richtig anfreunden. Bärbel rief, von Heimweh geplagt, kurzerhand ihre Eltern an, die sie sofort (4 Stunden später) abholten. Den Gesichtsausdruck von Meister Grober, der davon erst erfuhr, als Bärbel schon abgefahren war, muss an dieser Stelle wohl keinem beschrieben werden. Tobias erbrach Blut und wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, das er nach einem Beobachtungstag wieder verlassen konnte.

Der nächste Tag war überaus heiß und sonnig. Es wurden viele Pausen und Anlegemanöver eingestreut, wobei ein Anlegemanöver äußerst ungeschickt verlief, da der Jupiter einen Riß davontrug. Trotz alledem endete die Etappe ohne weitere Probleme in Neckarelz. Der aufgesuchte Ruderverein besaß den Luxus einer Sauna, die in der Annahme, sie stehe jedem frei zur Verfügung, auch prompt von einigen SRG‘ lern benutzt wurde. Die Wirtin ließ sich diesen Saunagang jedoch wenig später bezahlen, wobei die Ruderer mit völlig überhöhten Preisen wahrlich „abgezockt“ wurden. Der Tag endete mit einem Geburtstagsständchen für Viviane Altenbäumer, bevor man sich in die Schlafsäcke begab, die wie alles andere von einer Unmenge kleiner Schnecken in Beschlag genommen wor­den waren.

Der Tag auf dem Wasser ver­ging wie im Fluge und ohne Komplikationen, und am Abend zog die Meute erneut ins Städtchen. Nach dem Besuch einiger Kneipen brach­te Kagari an diesem Abend einen wirklich bemerkenswer­ten „Stunt“. In einem Zustand geistiger und sonstiger Benebelung hielt sie kurzer­hand ein Auto an, gab sich als Polizistin aus und verlangte die Papiere. Diese führte der Fahrer nicht mit sich, worauf er von Kagari angewiesen wurde, aus seinem Fahrzeug auszusteigen. Er kam dieser Aufforderung nach, worauf sich Kagi in sein Auto setzte und einige Meter damit fuhr. Anschließend wies sie den Fahrer an, sein Fahrzeug ste­henzulassen und sich am nächsten Tag auf dem Revier zu melden. Daraufhin verließ er zu Fuß das Geschehen. Das Gelächter der Umstehenden ist im nachhinein kaum zu beschreiben.

Am folgenden Tag wurde eine Stadtrallye veranstaltet, und die strahlende Sonne kam dem Ganzen nur zugute. Gleichzeitig gab es wegen der Hitze auch einige Wasserschlachten, wobei Tina Funk so unglücklich auf das Knie fiel, daß dieses genäht werden mußte. Der Abend ende­te mit einer Session am Lagerfeuer, bei der große Stimmung, nicht zuletzt wegen Oliver Ristaus Gitarrenspiel, aufkam. Eigentlich nichts Neues am nächsten Tag: Brennende Sonne, geklaute Äpfel und Wasserschlachten, bei denen vor allem Michael Luckey einige Recken ins Wasser zwang. Am Nachmittag ruderten dann zwei Boote am vereinbarten Ziel vorbei, wobei vor allem der Rhein mit Steuermann Elmar Tappe mit fast 5 km sehr weit überdas Ziel hinausfuhr. Immerhin mußte diese Strecke ja auch wieder zurückgerudert werden. Der Abend brachte den Besuch von Peter Funk und Stephan Sillmann. Außerdem fuhr ein Teil der Gruppe nach Heidelberg. Den krönenden Abschluß des Tages bildete eine Percussionseinlage von Rainer Möldgen auf einer Lampe des Campingplatzes. Am 14.9. stand die Schlußetappe auf dem Plan. Außer einer langen Wartezeit vor einer Schleuse passierte aber nichts Besonderes mehr. Der Rhein sorgte auf den letzten Kilometern für etwas Abwechslung, bis dann schließlich in Worms angelegt werden konnte. Nach dem Verladen des Materials gingen wir alle in ein Lokal essen. Im Anschluß daran feierten wir das Ende der gelungenen Ruderwanderfahrt, wobei eine Schülerin der Mittelstufe (Tip: Sie wurde einige Jahre später 1. Vorsitzende der SRG) übelst über die Stränge schlug (…, Alkohol ist das Boot, mit dem du untergehst….) Bei den Stichworten Schlafsack und Dusche dürfte besagte Person noch heute zusammen­zucken. Mit dieser Anekdote soll auch der Bericht dieser Ruderwanderfahrt enden, da sich auf der Rückreise nichts Bemerkenswertes mehr ereignete.

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